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Einleitung - der Anfang -
Es ist Januar 2003 und wir wollen unseren lang durchdiskutierten Adoptionsentschluss
in die Tat umsetzten. Die letzten Tage und Nächte haben wir vor allem mit Literatur
und stundelangen Recherchen im Internet verbracht um uns so viel wie möglich an
Basiswissen anzueignen. Allerdings auch eine Tätigkeit, die wir die nächsten Monate
beibehalten haben....lesen, lesen,lesen.
Unser erster Schritt war nahe liegender Weise Richtung Jugendamt. Kornelia’s Anruf
auf unserem hiesigen Jugendamt war eigentlich erfreulich. Es nahm eine freundliche
Stimme am anderen Ende des Telefons den Hörer ab, die versprach in den nächsten
Tagen die entsprechenden Unterlagen uns zuzuschicken. Unsere anfängliche Befürchtung, dass wir gleich schroff zurückgewiesen werden, hat sich glücklicherweise nicht ein-gestellt. Alter und unsere Lebensweise, als lesbisches Paar seien kein Hinterungsgrund. Gut wir gehen davon aus, dass sich kein Amt negativ äußern wird, da bestehen andere Möglichkeiten. Es ist uns auch klar, dass offiziell nur eine von uns adoptieren kann und eine Inlandsadoption, bei der Auswahl an „Norm-Paaren“, chancenlos ist. Wir hatten uns allerdings aus welchen Gründen auch immer, für eine Auslandsadoption entschieden. Vielleicht lag es auch an der jahrelangen, ehrenamtlichen Mitarbeit in „Eine-Welt-Gruppen“ und dem Bewusstsein, dass Kinder außerhalb unserer westeuropäischen Kinderheimen eine ziemlich perspektivlose Zukunft haben. Unsere nette Dame vom Jugendamt hat Wort gehalten. Die versprochenen Unterlagen lagen zwei Tage später im Briefkasten. Es interessiert uns aber heute noch, wer war diese Frau ??? Jedenfalls,
unsere weiteren Kontakte mit dem Jugendamt, waren alles andere als freundlich oder mindestens im zwischen-menschlichen Umgangston nicht als höflich zu bezeichnen.
Aber, egal ! Wir haben die benötigten Unterlagen und vor allem eine Liste mit zugelas-senen Adoptionsvermittlungsstellen, die für eine Auslandsadoption in Frage kommen, bekommen.
Da sitzen wir nun und sortieren. D.h. mit dicken Bleistift, streichen wir mal alle kirchlich
orientierten aus. Die Vorgaben sind hier in der Regel sehr rigide und unseres Erachtens nicht immer im Sinne des Kindes. Bei anderen können wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen. Also, nichts steht mehr im Weg. Kornelia greift zum Telefonhörer und wählt sich durch die übrig gebliebenen Adressen. Bei den einen werden wir vertröstet, die anderen versprechen Rückrufe, die nie erfolgen und nach nochmaliger Anfrage nur ein zögerliches „Nein, es tut uns ja so leid, aber wir möchten kein Kind an sie vermitteln - wir vermitteln nur an verheiratete Paare“. Okay, das hätten die guten Leute uns auch gleich sagen können, damit wir nicht tagelang auf Kohlen sitzen und auf Anrufe warten. Andere wollen auch erst Geld, bevor sie ihre Infomappe an uns senden...aber wir haben auch erfreuliche Telefonate. Eines davon ist mit dem Zentrum für Adoptionen e.V. in Baden-Baden, die uns versichern, dass wir wie alle anderen Paare behandelt werden.
Wir melden uns zu einem Einführungs-und Beschnupperungsseminar für den 10. Februar in Baden-Baden an.
Unser Abenteuer rollt an !
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