Die Geschichte einer Adoption in Russland

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Mittwoch 29. Oktober, 8.oo Uhr das Telefon läutet ! Wir sollen bis 9.00 Uhr bereit stehen, da unser Gerichstermin schon um 10.oo Uhr ist. Wir fliegen fast aus dem Bett ! Es ist noch stockdunkel und der eingetretene Stromausfall erledigt jegliche größere Kopf-und Körperwaschaktion. Unsere Gastgeber zaubern Kerzen hervor, versorgen uns mit einem deftigen, soliden Frühstück und versuchen bei bester Laune, uns die zittrigen Knie zu nehmen. aber wir haben Angst vor diesem Termin. Vor allem seit uns die Dolmetscherin sagte, dass Kornelia die erste Alleinerziehende sei, die in Orenburg adoptiert. Pünktlich sind wir fertig. Das Frühstück relativ unberührt und unser Dolmetscherin bereitet uns noch ein wenig vor. Ein großes Fragezeichen wird gelöst...ich darf mit in den Gerichtssaal.

nach dem GerichtDie Tür geht auf! Richterin, Staatsanwältin und eine Vertreterin des Erziehungsministeriums kommen freundlich grüßend herein. Wir waren auf das Gegenteil gefasst und atmen erstmal kräftig durch . Die Dolmetscherin ist gut, sie schafft es zwischen Übersetzung, Fragestellung auch gleichzeitig mit Symbolik uns den Verlauf des Verfahrens mitzuteilen. 11.03 Uhr !!! es ist geschafft...wWartezeitir sind ELTERN!!!!

Es ist mal wieder Warten angesagt,! Diesmal aber nicht Wochen, sondern "nur" Stunden. Wir erhalten den Anruf, dass Marina mir Verspätung ankommen wird. Die Straße zwischen Orsk und Orenburg sei durch Schneefall nur sehr langsam zu befahren und sie wollen kein Risiko eingehen. Aber sie kommt !

Es ist 17.30 Uhr, wir sollen runter kommen, denn Marina wird gleich da sein. Wir können es kaum erwarten und stürmen gleich zum Schrecken unserer Gastgeber durch das dubiose Treppenhaus Richtung Straße hinunter. Wir könnten weinen vor Glück! Unsere kleine Maus wird dick eingemummelt aus dem Auto gehievt und sorgsam in die Wohnung gebracht. Das wichtigste ist jetzt erstmal Klamottentausch ! Kleidchen wechsel dichAlles muss zurück ins Kinderheim! Wir lassen der Betreuerin nochmals die Möglichkeit auf ihre Art und Weise Abschied zu nehmen, erfahren noch die eine und andere Gewohnheit von Marina und merken, dass die Betreuerinnen die Kinder wirklich mögen und ihnen einfach die Möglichkeiten einer optimalen Pflege fehlen. Marina hat sich in den 5 Wochen, Dank einer uns angebotenen Individualpflege, merklich weiter entwickelt.

Wir haben einen absoluten Sonnenschein und verbringen bis Samstag die Zeit in und mit der russischen Gastfamilie in Orenburg. Für Kornelia steht bis Samstag noch einiges an Papier-und Formulararbeit auf dem Programm, die durch die russischen Kochkünste unserer Gastfamilie unterbrochen wird.

Es sind mal wieder Tupolev-Flugstunden angesagt ;-) mit ziemlicher Verspätung. Die Maschine bekommt keine Starterlaubnis, da in Moskau momentan starker Schneefall herrscht...diesmal ist unser Orenburg-Flieger aber wieder mit ordentlichen Design und Dank unserer kleinen Maus mit viel Platz um uns. Die Zeit verrinnt, wir verbringen den Samstag und Sonntag gemütlich im Rossija. Nützen die Zeit mit Sightseeing, sofern das Wetter es zulässt und unser kleiner Wonneproppen schafft es im Internet-Cafe am Roten Platz gleich zweimal unser Surf-und Mailvergnügen ins Nirwana zu schicken. Wir sind einfach happy! Kornelia hat heute auch Geburtstag und wir schweben auf Wolken. Der abendliche Blick aus unserem Hotelzimmer, eine gute Flasche georgischer Rotwein, unsere Maus schläft selig hinter uns im Bett...es ist Ausnahmezustand angesagt :-)

Montag,3.November. Kornelia wird abgeholt, um sofort bei Pfortenöffnung in die deutschfertig mit der Welte Botschaft reinzukommen. Wir benötigen noch das Visum für unserer kleine Russin, da ja noch das deutsche Adoptionsanerkennungsverfahren vor uns liegt und Marina nur im Zuge der Familienzusammenführung "geduldet" wird. Aber auch hier klappt alles! Die Botschaft arbeitet zügig und die Mitarbeiter von Frank-Foundation liefern uns pünktlich am Flughafen ab. Es ist 19.00 Uhr und wir heben mit Umsteigaktion in Frankfurt Richtung Stuttgart ab. Es ist kaum beschreiblich, was für ein herrliches Gefühl es ist, mit dem Betreten des Lufthansaflugzeuges deutsche, freundlich aufgelegte Stimmen zu hören! Wir werden verwöhnt :-) Die kleine Zuckermaus erhält eine Portion "Gute-Nacht-Brei", kuschelt sich an uns und schlummert ihrer neuen Heimat entgegen!

24.00 Uhr, wir sind zu Hause !!!!!!!!! Es ist vollbracht :-)))))))))))))))))))))))))))))))

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